Ashtanga Yoga- die Königsdisziplin

Ashtanga Yoga- die Königsdisziplin

Wenn ich an meine erste Ashtanga Stunde zurückdenke, kommen Gedanken hoch wie “Scheitern” und “Undiszipliniertheit”. Man sagt Ashtanga Yoga nach, er sei einer der härtesten und strengsten Yogastile und er sei die Königsdisziplin unter den Yogastilen. Das würde ich so unterschreiben.

Warum kamen bei mir Gedanken und Gefühle hoch wie “Scheitern” und “Undiszipliniertheit”?

In der Yogaszene sagt man, man solle Ashtanga Yoga 6x in der Woche, also fast jeden Tag, praktizieren. Dabei praktiziert man immer dieselbe Reihenfolge. Diese Reihenfolge ist im Gegensatz zum Sivananda Yoga nicht ganz so anfängerfreundlich und sehr dynamisch. Ashtanga Yoga möchte, dass du an deine Grenzen kommst. Es geht nicht darum möglichst viel zu Schwitzen sondern vielmehr geht es darum Demut zu erfahren, denn die anspruchsvollen Asanas in genau der ausgelegten Reihenfolge sollen dich überfordern.

Ashtanga Yoga hat 6 Serien und die allermeisten üben monate- oder jahrelang die 1. Serie weil sie einfach schon sehr hart und anspruchsvoll ist. Die 1. Serie umfasst 41 Asanas (Haltungen).

Es ist zwar ein fließender Vinyasa Flow, denn die einzelnen Haltungen fließen ineinander über aber eben in der festgelegten Reihenfolge. Anders als beim Vinyasa Yoga bin ich im Ashtanga also nicht frei, was meine Übungskombination angeht.

 

Was Ashtanga von anderen Yogastilen unterscheidet

Allein schon der Unterrichtsstil unterscheidet sich von allen anderen Yogastilen. Ashtanga Yoga wird im sogenannten „Mysore“ Unterrichtsstil unterrichtet. Mysore, abgeleitet von der indischen Stadt, in der der Ashtanga Yoga entwickelt und berühmt wurde. „Mysore“ Unterricht bedeutet, dass jeder für sich praktiziert. Jeder in seinem Tempo und der/die LehrerIn korrigiert, unterstützt und hilft jedem einzelnen. Und da glaub ich, dass es gut wäre, wenn man KEIN(E) AnfängerIn ist sondern schon Yogaerfahrung mitbringt denn ansonsten ist man doch irgendwie verloren und weiß gar nicht was man wie machen soll. Es gibt aber auch Ashtanga Anfängerkurse, die nicht im „Mysore“ Prinzip unterrichtet werden. Dort wird man dann zusammen mit allen anderen im Raum durch die erste Serie oder nur einen Teil der ersten Serie geführt.

Jede Position im Ashtanga Yoga wird 5 Atemzüge gehalten. Jede Position wird in Sanskrit (ähnlich unserem Latein) ausgesprochen. Es gibt keine Hintergrundmusik und es gibt keine Variationen für die Asanas und es wird sehr streng auf eine korrekte Ausführung geachtet. Es ist ein sehr traditioneller und strenger Yogastil aber du tauchst tief in die Yogapraxis ein. Aber du brauchst für Ashtanga Yoga eben auch sehr viel Geduld und Disziplin.

 

Viele moderne Yogastile, die wir heute unter Power Yoga oder Jivamukti Yoga kennen, basieren auf Ashtanga Yoga denn die Gründer von Power Yoga Bryan Kest sowie auch die Gründer von Jivamukti Yoga Sharon Gannon und David Life haben noch in Indien bei Pattabhi Jois (1915-2009), der Ashtanga Yoga in den 60er Jahren berühmt gemacht hat, gelernt.

 

Namasté, Lisa

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