Meditation

Meditation

“Hast du eine tägliche Meditationspraxis?”

Diese Frage trieb mir bisher immer die Röte ins Gesicht, denn ich habe mich geschämt, als Yogalehrerin KEINE Meditationspraxis zu haben.

Ich bin mit Meditation einfach nicht warm geworden. Still sitzen, sich nicht bewegen und nichts denken, war für mich der blanke Horror.

Ich bin zwar ein emotionaler Bauchmensch aber in meinem Kopf ist immer was los. Die Gedanken rasen hin und her und geben selten Ruhe. Schon vor dem Versuch zu meditieren habe ich kapituliert. Ich wollte es nicht einmal versuchen und habe immer gesagt: “Meditation ist nicht so mein Ding! Wenn ich im Vinyasa durch meinen Flow fließe, dann ist das genug Meditation für mich.”

 

Warum habe ich dann doch mit Meditation begonnen?

Ich habe einfach zuviel gelesen und gehört, dass Meditation die Denkweise (mindset) positiv und nachhaltig verändert. Und auch als Yogalehrerin wollte ich nun endlich eine regelmäßige und konstante Meditationspraxis haben um auch als gutes Beispiel voranzugehen, denn ich habe mich ohne Meditationspraxis nie als vollwertige Yogalehrerin gefühlt.

 

Was ist Meditation überhaupt?

Ich habe für mich erstmal wieder neu definiert, was Meditation überhaupt ist. Allein der Begriff “Meditation” war so etwas hohes, etwas was ich nie erreichen werde weil alle es so glorifiziert haben.

Für mich ist Meditation eher ein Konzentrationstraining. Ich versuche mich über einen Zeitraum zu konzentrieren, zu zentrieren, meinen Blick vom Außen ins Innere zu lenken und genau zu beobachten, was in mir vor sich geht. Und auch nicht zu streng mit mir zu sein, wenn es mal nicht klappt, wenn meine Gedanken sich gar nicht beruhigen wollen.

Der Mehrwert (benefit) der mir die Meditationspraxis geschenkt hat war ein neues Bewusstsein. Das Bewusstsein:

“Du bist nicht deine Gedanken & Gefühle. Du bist dein Bewusstsein, dass was es beobachtet. Du bist der Beobachter dieser Gedanken aber du bist nicht diese Gedanken.”

 

Ich versuche es dir an einem Beispiel deutlich zu machen, welches sehr schön zu meiner Reise passt und für mich daher ein sehr starkes visuelles Beispiel ist:

Stell dir vor du bist am Flughafen und bist gerade in ein Flugzeug eingestiegen. Draußen regnet es und über dir sind dicke, dunkle Regenwolken. Der Himmel ist bedeckt. Das Flugzeug startet.

Es fliegt durch die Wolken durch den Regen & plötzlich ist das Flugzeug über den Wolken. Und über den Wolken scheint die Sonne & es ist strahlend blauer Himmel. Du hast diesen weiten Horizont & dieser Moment ist einfach nur magisch.

Man spürt die Ruhe und man fühlt sich leicht.

Meditation ist wie dein Flugzeug über den Wolken. Die Wolken stehen metaphorisch für deine Gedanken. Du blickst also von oben auf die Wolken, auf deine Gedanken. Hinter den Gedanken, dem Stress, den Sorgen ist Ruhe, Weite & Stille.

Über die Meditation bekommst du einen Zugang zu diesem unendlichen Horizont an Bewusstsein.

“Glaube nicht alles was du denkst!”

Durch Meditation trainieren wir Abstand zu nehmen zu unseren Gedanken & Gefühlen. Du wirst zum Beobachter. Du stehst quasi über den Dingen und blickst auf sie hinab, wie in unserem Beispiel.

 

Und genau dieses Gefühl wollte ich haben, deshalb habe ich mit einer täglichen Meditationspraxis angefangen.

 

Wie fange ich an Meditation zu lernen?

1. Schritt- finde deinen Meditations”raum”

Schaffe Ruhe um dich herum! Suche dir einen ruhigen Platz und einen bequemen, aufrechten Sitz. Schließ deine Augen und beginne die Aufmerksamkeit von außen nach innen zu lenken. Du kannst den Fokus auf dein 3. Auge richten, das ist der Punkt auf der Stirn zwischen deinen Augenbrauen.

Den Fokus auf deinen Atem lenken ist auch eine schöne Möglichkeit, die ich sehr gerne mache. Ich beobachte oft, wie ich atme. Wie fühlt sich meine Atmung an? Atme ich tief in den Bauch oder nur flach in die Brust? Fließt der Atem schnell oder langsam? Strömt der Atem durch beide Nasenlöcher gleich stark oder hat eines die Dominanz?

Atemtechniken entspannen nicht nur, sondern du befindest dich auch absolut im Hier&Jetzt. Und das  ist was Meditation möchte: im Hier&Jetzt sein.

 

2. Schritt- sei liebevoll zu dir selbst

Wenn deine Gedanken wandern z.B. du denkst an deine To- Do- Liste, was noch alles zu erledigen ist oder du denkst an die Verabredung mit einer wichtigen Person etc., dann hole deine Gedanken wieder zurück zu deinem Atem ohne das wegdriften zu bewerten. Du kannst aber auch mal bewusst beobachten, was du so alles denkst in der Meditation und dies über einen längeren Zeitraum aufschreiben – auch sehr aufschlussreich!

 

3. Schritt- steiger dich langsam

Überfordere dich nicht selbst! Du musst nicht mit 30 Minuten Meditation einsteigen. Für den Anfang reichen 3 Minuten, 5 Minuten, 10 Minuten und dann steiger dich langsam.

Nutze unterschiedliche Meditationen! Sei es über Apps wie 7mind (da gibt es übrigens 7 Minuten Meditationen) oder headspace. Oder auch über youtube und Podcasts. Der Einstieg klappt wesentlich leichter mit geführten Meditationen.

 

Next Level Shit

Es gibt einen Moment zwischen Einatmung & Ausatmung in dem für einen kurzen Augenblick Stille herrscht bevor die nächste Einatmung kommt. So einen Moment der Stille gibt es auch zwischen deinen Gedanken. Versuche diesen Moment zu erwischen und dir die Frage zu stellen:

“Was wird mein nächster Gedanke sein?”

und während du dich das fragst entsteht ein Moment der Stille & Pause. Dein Gehirn ist quasi verwirrt.

Diese Lücke zwischen Gedanke 1 & Gedanke 2 wollen wir erweitern. Diese Lücke, dieser “leere” Raum verbindet dich mit deinem Bewusstsein.

 

Viel Spaß beim Ausprobieren & Meditieren,

 

Namasté, deine Lisa

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