Vinyasa Yoga

Vinyasa Yoga

Vinyasa Yoga ist ein Stil aus dem Hatha Yoga. Hatha Yoga bezeichnet alle körperlichen Yogarichtungen.

Vinyasa bedeutet übersetzt „auf eine bestimmte Art setzen/ stellen/ legen“.

Vi: in spezieller Weise

Nyasa: platzieren

 

Vinyasa Yoga ist ein sehr fließender und mitunter auch sehr dynamischer Yogastil. Dynamisch weil, auf einen Atemzug kommt eine Bewegung. Du kannst es dir folgendermaßen vorstellen:

Du stehst aufrecht. Du atmest ein und nimmst die Arme nach oben. Du atmest aus und beugst dich mit deinem kompletten Oberkörper nach unten sodass deine Hände den Boden berühren (du kannst dazu die Beine beugen!). Du atmest ein und setzt den rechten Fuß nach hinten in den Ausfallschritt. Du atmest aus und nimmst auch den linken Fuß nach hinten und streckst Arme. Die Beine können gebeugt bleiben aber strecke den Popo in Richtung Decke nach oben. Dann folgt mit der Einatmung die nächste Bewegung z.B. kommst du mit den Schultern über deine Handgelenke in die schiefe Ebene (Liegestützposition) und so weiter.

 

Du siehst also, dass du schnell sein musst in deinen Bewegungen oder eine kontrollierte Atmung haben solltest. Deine Einatmung sollte genauso viele Taktschläge haben wie deine Ausatmung so kommst du in einen noch schöneren Fluss mit Atmung und Bewegung. Es soll eine bewegte Meditation entstehen. Bewegung und Atmung synchronisieren, aufeinander abstimmen dabei erfolgt die Atmung ausschließlich über die Nase.

 

Vinyasa Yoga heißt aber auch den Übergang von einer Asana (= Körperhaltung) in die nächste zu gestalten. Dies können wir im Vinyasa Yoga mit Hilfsmitteln wie Sprünge, fließende Übergängen und eine bestehende Konzentration auf unseren (Ujayii-) Atem erreichen. Es geht um die Zeit ZWISCHEN den Asanas. Es geht mehr darum, wie ich in eine Asana hinein gehe und wie ich wieder heraus komme als um die Asana an sich. Wir möchten in JEDEM Moment präsent sein – im Hier und Jetzt sein.

Eine Vinyasa Stunde ist also eine Aneinanderreihung von Asanas, die bewusst geplant wurde um ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen, denn jedes bewusste Handeln führt zu einem bestimmten Effekt. Durch diese Planung versuche ich zu vermeiden, dass ich plötzlich irgendwo lande oder mich in einer bestimmten Situation befinde, von der ich nicht weiß, wie ich dorthin gekommen bin. Dies kannst du auch gut auf deinen Alltag und deine alltäglichen Handlungen übertragen.

 

Was hat der Atem damit zu tun?

Durch bewusstes Atmen schaffen wir Bewusstsein für unser Handeln. Eine Yogastunde beginnt mit deinem ersten bewussten Atemzug am Anfang der Stunde und endet mit dem letzten bewussten Atemzug am Ende der Praxis. Im besten Fall bleiben wir während der gesamten Stunde mit unserer Aufmerksamkeit auf unsere Atmung konzentriert und fließen durch eine Sequenz von bewusst erlebten Körperpositionen. Der geplante Effekt der Praxis lässt dich verändert aus der Klasse wieder in die Welt treten. So kann ich immer weiter an mir arbeiten – Yogastunde für Yogastunde – zu der von mir gewünschten Veränderung meiner selbst. Es sind oftmals nur sehr kleine und nur wenig offensichtliche Veränderungen aber die Veränderungen sind da. Ich kann mir z.B. die Intention setzen mehr Mitgefühl und Anteilnahme für meine Umwelt zu haben und mit offenem Herzen üben und ich werde merken Schritt für Schritt bin ich zu mehr Mitgefühl fähig.

Der Atem ist also ein Werkzeug für die Ausrichtung der Aufmerksamkeit.

Bewusstes Yoga praktizieren heißt auch die Sinne mehr und mehr durch den Geist zu kontrollieren und uns nicht mehr von unserem Geist und unseren Gedanken leiten zu lassen und uns abzulenken. Der Geist sucht immer nach Ablenkung und Zerstreuung, das liegt in seiner Natur. Durch bewusstes Üben gelingt es uns den Geist über eine längere Zeit auf unsere Absicht und unseren Atem ausgerichtet zu lassen. Ziehen wir also unsere Sinne während einer Praxis mehr und mehr zurück dann bewegen wir uns hin zu Konzentration und Meditation.  Im Idealfall ist eine Asana Praxis also eine Meditation in Bewegung.

 

Namasté, Lisa

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