10 Dinge, von denen ich wünschte, ich wüsste sie als ich mit Yoga anfing

10 Dinge, von denen ich wünschte, ich wüsste sie als ich mit Yoga anfing

 

Du wirst niemals eine Yoga Haltung perfektionieren!

Du hast vielleicht monatelang versucht deine Fingerspitzen in der stehenden Vorwärtsbeuge zu Boden zu bringen und genau an diesem Tag als es dir gelingt, sagt der/ die Yogalehrer/in: “Leg deine Hände flach auf den Boden.” Danach soll vielleicht noch deine Nasenspitze deine Knie berühren und du sollst mit den Füßen auf deine Handinnenflächen stehen usw. usw. Merkst du was passiert? Es wird immer eine Steigerung geben. Irgendein kreativer Yogi wird wieder eine Weiterentwicklung für diese und jene Asana (Körperhaltung) kreieren. Was lernen wir daraus? Es gibt keinen Endpunkt, kein Ziel. Und obwohl es großartig ist Ziele zu haben oder etwas zu haben, worauf man hinarbeiten kann, besteht der Schlüssel darin, sich in die Praxis (den Prozess) zu verlieben und nicht in das Erreichen der Haltung. Wir können nicht voraussagen, an welchem Tag wir in unserer Krähenhaltung fliegen aber wir können uns entscheiden Tag für Tag auf unsere Matte zu gehen und zu üben, zu praktizieren. Und das ist eine schöne Metapher für`s Leben: wir können das Ergebnis nicht kontrollieren aber wir können uns jeden Tag anstrengen und üben, üben, üben…

“Ich bin nicht flexibel genug für Yoga”

Du  musst nicht flexibel sein um Yoga zu praktizieren. Warum gehen wir wohl alle zum Yoga? Richtig. Um flexibler und dehnbarer zu werden. Aber Flexibilität bezieht sich ja nicht nur auf die Körperübungen und wie sehr sich jemand in brezelähnliche Positionen beugen kann. Flexibilität bezieht sich auf die Geisteshaltung und Aussagen wie “Ich kann nicht…”, “Ich werde niemals…” zeugen von Infelxibilität. Mangelnde körperliche Flexibilität ist kein Grund, Yoga nicht auszuprobieren! Zum einen wissen wir ja jetzt, dass es im Yoga gar nicht darum geht eine Haltung perfekt zu können, spielt es also keine Rolle, ob deine Hände in der stehenden Vorwärtsbeuge den Boden berühren oder nicht. Zum anderen kann dir die Yoga- Praxis helfen, versteifte, verkürzte und enge Muskulatur zu verbessern und diese aufzudehnen. Dafür ist die Yoga- Praxis da!

Emotionen werden hochkommen

Ich erinnere mich genau daran, als dies das erste Mal geschah und es hat mich getroffen! Es war nicht mitten in einem ergreifenden Lied in Savasana oder während einer Yin Stunde. Eine ganz banalen Haltung, die ich schon 1000x vorher gemacht hatte, warf mich so aus der Bahn. Es war keine anstrengende Haltung aber mir liefen ganz plötzlich, heimlich still und leise Tränen über die Wangen. Keiner hat mir gesagt, dass dies passiert oder es passieren könnte. Aber Yoga macht dich eben emotional. Es ist nichts worüber ich mich geschämt habe oder worüber sich andere schämen müssten. Bei mir hat sich in dem Moment einfach ein großer Knoten gelöst und diese Tränen waren Ausdruck, dass etwas JETZT raus musste. Im Yoga geht es um`s Loslassen! Loslassen, was dir nicht mehr dient, was du nicht mehr brauchst. Diese Befreiung kommt oft in Form von Emotionen, Gefühlen. Versuch diese Emotionen, auch während einer Yogastunde, nicht zu unterdrücken, sondern versuch diese Gefühle zuzulassen, denn genau das ist Yoga!

Achtsamkeit mit der Natur & Umwelt

Der ultimative Zustand des Yoga ist die Einheit. Du wirst nach und nach spüren und verstehen lernen, dass du in Verbindung zu allen Lebewesen und der Natur stehst. Du wirst achtsamer und sensibler mit dir selbst aber auch mit deiner Umgebung. In der Meditation wirst du vielleicht noch den Geräuschen der Natur lauschen und in Savasana glaubst du dein Atem ist synchron zu allen anderen im Raum. Dieses Einheitsgefühl wird sich auch auf dein alltägliches Leben übertragen. Wahrscheinlich wirst du dich noch mehr um die Umwelt kümmern, noch bewusster konsumieren (Fleisch, Kleidung, Verpackungen…) und noch mehr über deinen ökologischen Fußabdruck nachdenken.

Yoga- Girls

Als ich in meine allererste Vinyasa Yoga Stunde in einem schicken Yogastudio ging, war ich erstmal sehr eingeschüchtert von all den Yoga- Girls mit ihren glänzenden, schwungvollen Pferdeschwänzen, ihren super engen und neuesten Lululemon Leggins und den super kurz geschnittenen Yogatops und Bras, die Blick auf ihre super durchtrainierten Bauchmuskeln und Körper gab. Ich fühlte mich völlig fehl am Platz und wie ein graues Mäuschen. Ich habe einige Stunden gebraucht um meine Vorurteile abzulegen. Im Yoga geht es auch darum nicht vorschnell zu urteilen. Einen neutralen Blick zu behalten. Akzeptanz zu schulen. Nur weil diese Mädels sich gerne schick kleiden und/ oder schminken , sind sie keine Narzistinnen, auch wenn sie Bilder von sich selbst auf Instagram posten… und selbst wenn sie es sind, ist das ihr Recht, sich auszudrücken wie sie es am liebsten haben, richtig? Vielleicht sind diese Mädels ja gar nicht so einschüchternd wie sie vielleicht rüberkommen. Das kannst du nur rausfinden, wenn du dir einige Minuten Zeit nimmst und mit ihnen ins Gespräch kommst und vielleicht wirst du ja feststellen, dass deine erste Meinung gar nicht so richtig war, denn wenn diese Mädels auch Yoginis sind werden sie auf die gleiche Weise auf dich reagieren.

Fancy Kleidung

Bleiben wir beim Thema “Aussehen und Kleidung”. Du brauchst für deine Yogapraxis keine Markenkleidung oder fancy Yogaleggins. Alles was du brauchst ist bequeme Kleidung, in der du dich wohlfühlst und in der du dich gut bewegen kannst.Ich trage oft schlichte Kleidung und mir ist es wichtig, dass mein Shirt nicht rutscht. Nichts ist ablenkender als wenn du im herabschauenden Hund stehst und ständig dein Shirt wieder zurecht rücken musst.

Ich würde in eine ordentliche Yogamatte investieren aber das muss auch nicht das neueste und teuerste Modell einer angesagten Yogamarke sein.

Dein Kleidungsstil wird sich verändern

Yoga ist Transformation in allen Lebensbereichen! Und so bleibt es vielleicht nicht aus, dass sich Yoga auch auf deinen Kleidungsstil auswirkt. Vielleicht wirst du anfangen nur noch “dehnbares Zeugs” zu tragen. Oder du wirst nur noch nachhaltige Kleidung tragen oder nur noch bequeme, luftige Kleidung, die dich atmen lässt und nicht einschnürt. Meine größte Veränderung war, dass ich alle meine Highheels rausgeschmissen habe. Ich trage nur noch flache Schuhe und am liebsten bin ich natürlich barfuß unterwegs. Mich persönlich erdet das total und ich fühle mich noch verbundener mit Mutter Erde. Wenn du auch Veränderungen in deinem Kleidungsstil beobachtest dann herzlichen Glückwunsch und willkommen im seltsamen Club des Yoga 🙂

Versteck dich nicht in der letzten Reihe

Mein liebster Platz in einer Yogaklasse ist meist in der zweiten Reihe rechts oder links außen. Und diesen Platz kann ich auch jedem Yoga Anfänger nur empfehlen bzw. ein Platz in der Mitte ist auch nicht übel. Auf gar keinen Fall geh in die hinterste Reihe beim Yoga! Dort siehst und hörst du schlecht. Und die Chance ein paar Hands- on und Assists abzustauben ist dort auch eher gering. In der Mitte eines Raumes hast du immer noch vor dir Schüler/innen, von denen du “abschauen” kannst, wenn du gerade nicht weißt, wohin es gehen soll (asanatechnisch). Hab keine Sorge beobachtet zu werden von anderen denn jeder ist doch mit sich und seiner Praxis beschäftigt.

Yoga ist nicht nur meditieren und Asanapraxis

Hätte man mir vor meiner ersten Yogaeinheit erzählt, dass man in Yogaklassen auch singt und sich schüttelt und ab und zu tanzt, wäre ich vermutlich in einen anderen Fitnesskurs gegangen, denn das hätte mir vielleicht etwas Angst gemacht. Heute liebe ich es! Wenn ich unterrichte wird auch manchmal getanzt und singen in der Gemeinschaft ist einfach nur herrlich und befreiend und wunderschön! Yoga findet eben auf mehreren Ebenen statt, nicht nur auf der körperlichen sondern besonders auf der emotionalen Ebene.

Gib Yoga eine Chance!

Es kann sein, dass Yoga und du nicht sofort schockverliebt seid und es mit euch beiden einfach ein bisschen Anlaufzeit braucht. Wenn man jahrelang keinen Sport gemacht hat oder aus einer ganz anderen Sportart kommt kann Yoga vielleicht erstmal befremdlich sein und auch etwas “weh tun”. Nicht nur dein Körper braucht Zeit um sich an die Dehnungen und neuen Längen zu gewöhnen auch dein Geist braucht Zeit um sich auszuweiten und offener zu werden. Bleib geduldig und es wird kommen, denn du wirst bestimmt ganz schnell merken, wie gut die Yogapraxis nicht nur deinem Körper tut. Dein Körper wird sich langsam öffnen sowie auch deine Lebenseinstellung. Du wirst mit der Zeit ruhiger, gelassener, weniger gestresst und mehr im Hier und Jetzt sein.

 

Namasté,

Deine Lisa

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