Himalaya Trekking Tour

Himalaya Trekking Tour

Am 09.02.2020 startete ich meine Himalaya Trekking Tour mit einer „Reisegruppe“. Die Gruppe bestand aus dem Tourguide, dem Porter (auch Sherpa genannt) und einer Mitreisenden aus den Staaten.

Wir starteten von Kande aus, in der Nähe von Pokhara. Kande liegt schon auf 1700m.

Der Mardi Himal Trek, unsere Route, sollte uns von Kande über Deurali zum Forest Camp weiter über das Middle Camp hoch zum High Camp führen. Dort würden wir zwei Nächte bleiben und dann über das Sidhing Camp wieder absteigen. Es hieß also von 1700m hoch auf knapp 4000m/ 4200m.

Zum Vergleich: die Zugspitze ist 2962m hoch, der Machu Picchu in Peru liegt sogar “nur” auf 2430m und der Mont Blanc ist 4807m hoch.

 

Beste Reisezeit

Ich habe mir sagen lassen, dass die beste Reisezeit im Oktober/ November liegt. Das ist quasi nach dem Monsun und vor der kalten Jahreszeit. Ebenfalls sehr beliebt wären die Trekkingtouren im Frühjahr. Beliebte Reisezeit heißt auch immer viel los auf der Strecke. Ich nehme lieber etwas kältere Temperaturen und Schnee in Kauf als Menschenmassen.

 

Tag 1

Von unserem Hotel in Pokhara starteten wir morgens. Hier lernten wir auch Khem, unseren Porter, kennen, der unser Gepäck tragen sollte.

 

Was hatte ich alles eingepackt?

Funktionskleidung, warme Kleidung, eine Daunenjacke, eine Wind- und Regenjacke, einen Schlafsack, Zahnbürste + Zahnpaste und etwas Waschzeug und ganz wichtig KLOPAPIER (denn das gibt es in den Teehäusern nicht und für unterwegs ist es auch mal praktisch!). Zusätzlich kannst du noch Aquatabs mitnehmen bzw. vor Ort kaufen, denn das Wasser aus der Leitung kann, darf und sollte man so nicht trinken.

 

Tipp: Du kannst sämtliche Outdoorkleidung, wie auch Rucksäcke, Schlafsäcke, alles was du für deinen Trekkingtrip brauchst in Nepal vor Ort kaufen. In Kathmandu und auch in Pokhara gibt es alles was dein Herz begehrt in denselben Outdoormarken (North Face etc.) wie in Deutschland nur um einiges günstiger. Die Qualität ist genau dieselbe.

 

In meinem Daypack befand sich noch ein Tagebuch, ein E-Book, Ladegeräte, Wechseljacken, mein Reisepass und meine Reiseunterlagen sowie mein Geldbeutel und natürlich das KLOPAPIER.

Hoch motiviert ging es los. Die Sonne war auf unserer Seite und trotz Berg hochlaufen hatte ich richtig Lust auf diesen Trip, auf diese Woche Abenteuer.

 

 

An unserem ersten Lunchstopp, den wir nach ca. 2h Fußmarsch erreichten, wartet auch schon Khem auf uns und bewirtete uns mit heißen Speisen und Getränken. Ich war überrascht, dass die Speisekarte soviel Auswahl bereit hielt. Es gab von typisch indischen Currys bis hin zu Pizza, Spaghetti und Desserts einiges. Ich dachte, man könne sich gar nichts aussuchen und es gäbe immer dasselbe. Ich war echt positiv überrascht. Und die Menüauswahl hielt sich wirklich bis zum höchsten Gipfelpunkt.

 

Angekommen im 1. Camp

Nach weiteren 2h wandern erreichten wir gegen Nachmittag das Deurali Camp, unser erster Übernachtungsstop. Wir haben an diesem Tag ca. 400 Höhenmeter gemacht.

Ich war schon etwas aufgeregt auf unsere erste Nacht und hätte mir ein Teehaus auch anders vorgestellt. Viel kleiner. Viel enger. In diesem Teehaus hatten wir auch noch unser eigenes Badezimmer und noch eine normale Standardtoilette.

Zum Abendessen bestellte ich wie an den darauffolgenden Abenden Potatoe Rice Curry. Ich kann jetzt schon sagen, es hat in jedem Teehaus anders geschmeckt 😊

Bevor wir dann früh schlafen gingen gab uns unser Guide noch einen heißen Tipp: Unsere Wasserflaschen aus Metall mit heißem Wasser füllen und diese in den Schlafsack legen als Wärmflasche sozusagen. Bester Tipp allerzeiten!

Die Nacht war kalt aber nichts im Vergleich zu den folgenden Nächten.

 

 

Tag 2

Von der Sonne geweckt gab es erstmal Frühstück zur Stärkung. Der Plan sah so aus, dass wir weitere 400m aufsteigen und nach ca. 4 Stunden das Forest Camp erreichen sollten. Auf der gesamten Tour haben wir immer wieder Pausen eingelegt um sich so langsam aber sicher an die Höhe zu gewöhnen. Der Weg von Deurali bis zum Forest Camp ging Berg hoch und Berg runter. Jacke an – Jacke aus. Warm – Kalt. Es ist von Vorteil sich nach dem Zwiebelprinzip zu kleiden. Ich hatte immer mein Shirt aus Merinowolle an, drüber das Langarmshirt aus Merinowolle weil beides sehr atmungsaktiv ist, und darüber hatte ich dann noch einen Baumwollpullover und eine Wind-& Regenjacke. In meinem Rucksack hatte ich eine Daunenjacke, die ich hin und wieder gegen den Pullover getauscht habe. Aber ich bin eher so Typ „schwitzt schnell – friert schnell“. Im Schatten oder auch bei Pausen wurde mir immer sofort kalt.

Unsere Route führte uns überwiegend durch einen Wald und die Natur war sehr grün. Je höher wir allerdings kamen desto mehr Schnee begegnete uns auch.

 

Kleine Überraschung auf dem Weg

Mein Highlight an diesem zweiten Tag war ein kleiner Tempel auf dem Weg. Dieser Tempel war gleichzeitig eine kleine Aussichtsplattform. Besonders gefallen haben mir die bunten Gebetsfähnchen, die du überall in Nepal finden kannst. Die Fähnchen sind in unterschiedlichen Farben und symbolisieren die verschiedenen Elemente. Auf jedem Fähnchen steht ein Mantra/ Meditationsspruch/ Segensspruch geschrieben.

Gegen späten Mittag erreichten wir das Forest Camp. Es war an diesem Tag sehr neblig und auch sehr kalt (im unteren einstelligen Bereich). Sobald die Sonne hinter den Wolken verschwand war es sofort kalt. In der Nacht hatte es Minusgrade.

Wie verbrachte ich den restlichen Tag?

Ich hab jeden Tag Tagebuch geschrieben und habe sehr viel gelesen. Ich habe ganz bewusst in dieser Woche auf mein Handy und Internet verzichtet. Es gab wohl auch Wifi in den Teehäusern aber je höher du kommst desto schlechter nicht nur der Empfang, du musst sogar für Wifi und sogar für`s Laden deines Handys bezahlen.

 

Tag 3

Dieser Tag sollte mich nochmal herausfordern. Nach dem Frühstück um ca. 9 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Middle Camp. Es sollte auch wieder ca. 4h dauern und nochmal 700m höher gehen, von 2550m auf 3200m.

Wir wanderten durch eine Winterlandschaft und auch sonst hielt der Tag mehr Nebel als Sonne bereit. Die letzten 200m, so ab 3000m Höhe, spürte mein ganzer Körper. Ich hatte leichte Kopfschmerzen und Schwindelgefühle. Meine Beine fühlten sich schwach und kraftlos an sodass ich alle paar Meter Pause machen musste weil ich auch schlecht Luft bekommen habe. Gegen solche Symptome hilft eigentlich nur viel trinken. Diese Symptome sind auch nicht außergewöhnlich bei so einer Höhe.

 

Angekommen im Middle Camp

An diesem Tag war ich echt froh, als wir das Middle Camp erreicht haben. Die Tage zuvor dachte ich noch, dass ein schnellerer Aufstieg doch möglich sei und wir mehr als „nur“ 4h am Tag schaffen können aber dieser dritte Tag zeigte mir ganz deutlich auf, dass ein langsamer Anstieg wirklich sinnvoll ist. Ich war auch sehr froh, dass wir als Zwischenstopp das Middle Camp gewählt haben weil es einfach nicht sehr frequentiert war und wir unsere Ruhe hatten denn alle wollten vom Low Camp direkt ins High Camp.

Tag 4

Heute ging es „nur“ 2h hoch zum High Camp. Der Weg nach oben war matschig, rutschig und eisig. Teilweise musste man Spikes benutzen.

Dort oben war es ganz schön kalt und windig. Aber ich muss sagen, dass wir wirklich die gesamte Woche Glück hatten mit dem Wetter. Es hat kein einziges Mal bei Tag geregnet und das ist sehr viel wert. Zudem hatten wir auch viel Sonnenschein.

 

Tag 5

DAS Highlight der ganzen Woche starteten wir um 4:30 Uhr morgens. Ausgerüstet mit meiner Stirnlampe ging es im Dunkeln hoch auf 4200m zum ViewPoint. Die Wege waren teilweise sehr schmal und sehr nah am Abgrund gelegen und durch die Dunkelheit hatte ich richtig Respekt vor dieser Tour. Es war für mich super anstrengend weil es so früh morgens war und ich noch nichts gegessen hatte. Es war dunkel und kalt. Und der Weg nach oben war steil. Ich bekam schlecht Luft und hatte das Gefühl, wir würden zu schnell laufen und zu wenige Pausen machen. Tatsächlich waren wir auch nach 1h 45 min oben, was mir persönlich zu schnell ging und mein Körper hat sich mit Beinzittern und Kurzatmigkeit bedankt. Die Belohnung war aber eine atemberaubende Aussicht und ein unfassbar schöner Sonnenaufgang.

Weiter hoch Richtung Base Camp oder zurück in`s High Camp?

Man konnte auch noch weiter aufsteigen zum Base Camp aber ich hab das körperlich gar nicht geschafft und für mich war es auch kein Scheitern zu sagen: “Ich schaff das jetzt nicht mehr, ich steige wieder ab.“ Dafür bin ich zu sehr Yogini und zu wenig ehrgeizig und ich habe zuvor gehört, dass sich der Aufstieg zum BaseCamp gar nicht lohne. Es wären nochmal ca.2h Laufzeit und nochmal ca. 300 Höhenmeter gewesen für denselben Ausblick. Deshalb war ich froh auf mein Bauchgefühl gehört zu haben, denn der Abstieg ist ja auch nicht zu unterschätzen 😉

Zurück im High Camp

Zurück im High Camp habe ich dann auch nur den ganzen Tag entspannt. Meinetwegen hätten wir an dem Tag auch noch ein Stück absteigen können aber das war wohl im Plan nicht vorgesehen und ganz so flexibel war der Tourguide nicht.

 

Abstieg Richtung Siddhing Camp

Dafür war dann an Tag 6 der Abstieg umso härter. Wir sind vom High Camp zum Sidhing Camp gelaufen. 16km. Über 22 000 Schritte. Der Tag an dem wir die meisten Kilometer gemacht haben. Vom High Camp zum Low Camp waren es ca. 2h und vom Low Camp zum Sidhing Camp auch nochmal gut 2-3h. Und der Weg war wieder matschig und rutschig. Ich bin quasi von Stein zu Stein gehüpft und hab daraus ein Spiel gemacht „NICHT den Boden berühren“ 😊 Danach taten mir nicht nur die Schultern weh sondern auch die Füße. Und am nächsten Tag ganz besonders die Waden. Zwei Tage später spürte ich sie noch immer 😊

Je näher wir dem Sidhing Camp kamen, desto mehr hörte man auch wieder von der Zivilisation. Auto hupen. Straßenlärm…

Jeepfahrt zurück nach Pokhara

Nach einer erholsamen Nacht im zivilisierten Sidhing Camp sind wir am Morgen mit dem Jeep nach Pokhara gefahren. Die Fahrt dauert ca.2,5h und es war anfangs eine sehr holprige Fahrt weil es einfach keine geteerten Straßen gab. Es war aber sehr schön weil wir durch viele kleine Dörfer gefahren sind und so nochmal eine andere Seite des Landes gesehen haben.

Campbedingungen

Zum Schluss möchte ich nochmal kurz auf die sanitären Anlagen eingehen und auf die Zimmerausstattung. Je höher man kam desto weniger Zivilisation fand man vor. Die Sitztoiletten wichen runden Löchern im Boden (siehe Foto) und Duschen hat man gar nicht vorgefunden.

Ich habe meine Zähne unter freiem Himmel geputzt und mit Mineralwasser nachgespült. Die Zimmer waren einfach sehr kalt weil es nur Steinwände waren und es gab zwar Licht und eine Glühbirne im Zimmer aber mehr auch nicht. Heizung und Dämmung sind Fremdwörter dort oben aber genau deshalb macht man so ein Abenteuer doch, oder? Ich hab es wieder so zu schätzen gelernt, was es heißt ein warmes Zuhause zu haben, eine Dusche zu haben und zudem noch eine warme. Mein Internet hab ich so gar nicht vermisst. Und ich hab das gute warme Essen geschätzt so wie den warmen Ofen, der zwar immer sehr spät angemacht wurde, aber der wenigstens da war.

 

Mein Fazit zur Tour

Ich fand die Tour super schön und für mich war sie auch in einem angemessenen Tempo. Ich war auch ehrlich gesagt froh um Khem, unseren Porter, denn ich hätte ehrlich gesagt nicht mein Zeug dort alleine hochschleppen wollen. Mir war ja mein Daypack manchmal schon zu schwer deshalb allen Respekt an meinen lieben, starken Khem. Natürlich gibt es auch Menschen, die machen so eine Tour ganz ohne Guide und ganz ohne Porter. Aber ich habe es so erlebt, dass die Leute, die Guides in den Teehäusern ausgefragt haben nach den Routen, teilweise haben sich Leute auf dem Weg an uns drangehängt weil sie den Weg nicht erkannten und es haben sich auch schon Leute verlaufen, die mir das sogar berichteten. Es ist sinnvoll einen Guide zu nehmen. Zum einen leben diese Leute davon und es ist tolle, wertvolle Arbeit und zum anderen habe ich so viel mehr über Land, Leute und Kultur kennnengelernt. Khem hat mir immer wieder versucht nepalesische Wörter beizubringen, sodass wir uns verständigen konnte und es hat geklappt. Außerdem musste ich mich um nichts kümmern was mit der Organisation etc. zu tun hatte und konnte diese Zeit in andere Dinge stecken, was für mich sehr wertvoll war.

An sich kann ich die Tour mit backpackerpack jedem nur empfehlen. Es ist sehr gut organisiert. Ich fühlte mich sehr gut aufgehoben und habe durch sie einen vielfältigen Eindruck von Nepal bekommen. Zu dem Trip gehörte auch noch eine Stadtbesichtigung in Kathmandu und eine Safari in Chitwan.

 

Lisa

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