4 Wochen VEGAN Challenge

4 Wochen VEGAN Challenge

Im Juni habe ich mich einer ganz besonderen Herausforderung gestellt, die ich immer mal wieder angegangen bin aber NIE durchziehen konnte und so wollte ich es im Juni wieder versuchen:

mich 4 Wochen VEGAN ernähren

Zum einen liebe ich es mich, mein Durchhaltevermögen, meinen Willen und meine Disziplin mit so kleinen Herausforderungen zu testen. Zum anderen liebe ich es meine Komfortzone zu verlassen und lerne mich so wieder besser  kennen.

 

Vegan & Yoga

Das Thema “Veganer Lebensstil” beschäftigt mich schon sehr lange. Auch oder gerade in Bezug auf Yoga. Als ich vor 3 Jahren das Buch “Yoga and vegetarianism: The diet of Enlightenment” von Sharon Gannon gelesen habe, taucht dieses Thema immer wieder in meinen Gedanken auf.

Ahimsa

Im Yoga gibt es Ahimsa- die Gewaltlosigkeit und dieses Prinzip meint eben, dass man nicht nur mit sich selbst gewaltfrei umgehen soll sondern auch mit anderen Menschen und Lebewesen. Deshalb ist es für mich absolut klar, wenn ich nach Ahimsa leben möchte, dass ich keine Tiere einsperre, keine Tiere quäle, keine Tiere töte und keine Tiere esse. Aber ich möchte auch keine Tiere ausbeuten. Und wenn ich die Milch einer Kuh trinke dann praktiziere ich in dem Moment einfach nicht Ahimsa. Diese Kuh wird ausgebeutet. Diese Kuh soll eigentlich nur Milch geben für ihr Kälbchen, für ihr Baby. Aber diese Kuh bekommt ständig Hormone gespritzt, sodass sie ständig Milch geben kann damit ich meine leckere Schokolade essen kann… Diese Kuh leidet wegen MIR. Dasselbe gilt bei den Hühnern, die ständig permanent Eier legen, was auch nicht natürlich ist.

Ich will nicht das ein Tier wegen MIR Leid erfährt.

Dieser Gedanke hat mich wirklich die 4 Wochen durchhalten lassen und war einfach so stark und mächtig.

 

Mein Start

Ich lebe schon seit ganz vielen Jahren vegetarisch, sprich ich esse weder Fleisch noch Fisch. Für mich war es damals auch keine Entscheidung weil ich sowieso kaum Fleisch und Fisch gegessen habe. Bei uns in der Familie gab es eher weniger Fleisch und Fisch, da mein Papa eigentlich schon immer Vegetarier war und nie Fleisch gegessen hat und meine Mama auch eher weniger fleischlastig dann demtentsprechend gekocht hat. Deshalb empfinde ich es auch nicht als Verzicht, wenn ich kein Fleisch und Fisch esse.

 

Verzicht

Die letzten 4 Wochen empfand ich allerdings schon als Verzicht. Ich musste auf Schokolade verzichten. Auf Kuchen. Auf Quarkspeisen. Und es fiel mir teilweise schon sehr schwer. Ich musste mich erst nach Alternativen umschauen und selbst dann fehlte mir einfach meine Lieblingsschokolade und mein Lieblingskuchen oder meine Lieblingskässpätzla.

Auf Eier und Milch konnte ich auch ganz leicht verzichten, da ich diese Lebensmittel auch so eher selten konsumiere bzw. Milch gar nicht mehr außer sie ist z.B. im Kuchen verbacken oder weiter verarbeitet.

 

Umfeld

Mein Umfeld hat es mir nicht gerade leicht gemacht, sodass ich noch disziplinierter sein musste als ohnehin schon. Mein Umfeld hat nämlich nicht mitgemacht und hat einfach ganz “normal” weitergegessen. Es gab Situationen, da wäre ich dann auch fast eingeknickt und hatte etwas Futterneid z.B. als alle Kuchen gegessen hatten und ich einfach nicht weil ich und die anderen natürlich auch nicht an eine vegane Alternative gedacht haben. Sad moments…

Ich hab teilweise mein eigenes Essen gekocht, was völlig in Ordnung war weil ich ja auch niemandem meinen momentanen Lebensstil aufzwingen wollte.

Respekt- & liebevoller Umgang

Ich finde so eine Entscheidung muss wirklich immer von Innen heraus kommen und man muss schon ein sehr starkes Motiv haben um es durchzuhalten. Und nur weil ich eben dieses starke Motiv habe keinem Tier Leid zuzufügen heißt es noch lange nicht, dass mein Umfeld auch schon so weit ist. Zum Glück hatte ich auch keine Diskussionen mit meinem Umfeld darüber. Ich finde es wichtig tolerant zu sein. Leben und leben lassen. Und das war einfach das Schöne, dass ich genau solche Menschen in meinem Leben habe und auch wenn sie nicht sofort begeistert mitgemacht haben, ist etwas in ihren Köpfen angekommen. Ein Umdenken fand und findet immer noch statt und  das berührt mich sehr, denn man muss nicht mit der Moralkeule kommen und dem erhobenem Zeigefinger damit sich etwas ändert. Ein Austausch auf Augenhöhe mit viel Respekt, Toleranz und Einfühlungsvermögen bringt da viel viel mehr, meiner Erfahrung nach.

 

Auswärts essen

Ich bin in der ganzen Zeit zwar selten Essen gegangen aber auch das war eher unproblematisch auch in nicht rein veganen Restaurants. Beim Salat hab ich eben statt einem Joghurt-Dressing ein Essig-Öl Dressing gewählt und Pommes oder Nudeln gibt es ja auch fast überall. Und einfach viel, viel Gemüse essen.

 

Gesundheit & Wohlbefinden

In den 4 Wochen haben sich meine Blutwerte nicht verändert. Weder negativ noch positiv. Dies hat mich erleichert und auch gleichzeitig gewundert, denn ich dachte meine Werte wären bedeutend schlechter vor allem beim Eisen und Vitamin B aber vielleicht sind auch 4 Wochen einfach nicht repräsentativ genug und man müsste es länger durchziehen.

Es gab Tage, an denen ich mich kraftvoller gefühlt habe und dann gab es Tage, an denen habe ich mich kraftloser gefühlt. Normale Ups and Downs würde ich sagen und auch das würde ich nicht auf die vegane Ernährung schieben. Ich hab aber selbst gemerkt, dass ich nicht ganz soviel Power in meinem Ausdauertraining gegeben habe aber auch das würde ich eher auf eine mentale Blockade schieben weil ich mir vorher schon eingeredet habe, ich hätte keine Kraft #minsetmatters

 

Fazit

Diese 4 Wochen haben mir gezeigt, dass es wichtig ist BEWUSST zu konsumieren und das es nicht schlimm ist, wenn ich mal ein Stück nicht veganen Kuchen oder Kässpätzla esse. Das möchte ich mir auch gar nicht nehmen. Ich finde es wichtig, zu schauen was ich esse & ob es vielleicht eine vegane Alternative gäbe, die ich wählen könnte. Ich bin kein Fan von Dogmen und möchte nicht sagen ich sei eine Veganerin und wenn ich dann doch mal ein Stück Käse esse, dass ich dann dafür verurteilt werde. BEWUSSTER KONSUM heißt für mich da einfach die Zauberformel.

Einstiegstipps

Vielleicht hilft es der ein oder dem anderen auch ganz bewusst vegane oder erstmal vegetarische Tage einzulegen und sich so dem Thema zu nähern. Oder auch als Gruppe oder mit dem/der PartnerIn anzufangen und sich so schon mal Verbündete zu suchen, denn gemeinsam ist man immer stärker als allein.

Auch ich werde diese veganen Tage immer mehr ausweiten und wieder achtsamer und bewusster im Alltag konsumieren um  immer mehr Ahimsa in meinen Alltag einziehen zu lassen.

 

In diesem Sinne Namasté,

Lisa

 

P.S. die nächste Challenge läuft schon und wird etwas länger dauern… #aparigraha

Hinterlasse einen Kommentar

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.